Wie kommen die niedrigen Kosten für Implantate im Ausland zustande?

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Die Preise für Implantate im Ausland sind im Vergleich zu deutschen Preisen teilweise bis zu 80% günstiger. Im ersten Augenblick ist man als Interessent mit Sicherheit von diesen scheinbar möglichen Kostenersparnissen begeistert. Aber auch diese fallen nicht einfach vom Himmel. Denn auch in Polen, Ungarn, der Türkei usw. arbeiten die Menschen nicht ohne Lohn. Also bleibt nur noch die Möglichkeit am Material zu sparen?

 Implantat Hersteller

Hochwertige Implantate von namenhaften Herstellern haben ihren Preis – auch im Ausland. Ein Implantat liegt preislich zwischen 150 und 225 Euro zzgl. Mehrwertsteuer. Daher kann der Preis im Extremfall sogar die 500-Euro-Marke erreichen. Aufbauteile, Verbrauchsmaterialien usw. sind ebenfalls nicht kostenfrei erhältlich. Diese können die Kosten nochmals um etwa 200 Euro erhöhen. Hochwertige und zertifizierte Goldlegierungen beim Zahnersatz schlagen mittlerweile mit weit mehr als 30 Euro pro Gramm zu Buche.  Eine Brückenkonstruktion auf Implantaten mit 3 Einheiten kann 15 Gramm und mehr benötigen. Somit liegt der Preis hierfür bei weit mehr als 450 Euro. Aufgrund niedriger Lohnkosten mögen die Preise für Materialien im Ausland ein wenig geringer ausfallen. Sie werden allerdings keine 80% ausmachen.

Also: Woher kommt das Sparpotential?

Ein großer Faktor sind nach wie vor die Arbeitskosten, auch wenn diese sich in den letzten Jahren immer weiter an deutsche Maßstäbe herangepirscht haben. Grundlöhne, Nebenkosten und Sozialabgaben sind in anderen Ländern dennoch zumeist wesentlich niedriger als in Deutschland. Auch Lebenshaltungskosten wie Miete etc. sind günstiger. Auf dieser Grundlage müssen die Kostenersparnisse generiert werden oder der Anbieter spart beim Material. Einsparungen beim Material können aber verheerende Folgen für den Patienten haben, die sowohl Schmerzen als auch enorme Kosten nach sich ziehen können.

 Angebote aus dem Ausland

Daher sollten Angebote stets genau und gründlich geprüft werden, ebenso wie der Anbieter selber. Die Auswahl des richtigen Anbieters entscheidet hier über Erfolgsbehandlungen oder Reinfälle. Reinfälle sind immer mit Problemen und weiteren (hohen) Kosten verbunden. So kann eine vermeintliche „Schnäppchen-Behandlung“ im Endergebnis teurer werden als ein Angebot eines deutschen Behandlers. Zusätzliche Kosten entstehen beispielsweise aufgrund von Nachbehandlungen, weiteren Reisekosten usw.

Als Alternative zum Implantat im Ausland kommt vielleicht auch eine Budget-Lösung eines heimischen Behandlers in Frage. Da gut 2/3 der Gesamtkosten für Zahnersatz aus Material- und Laborkosten bestehen, greifen immer mehr deutsche Zahnärzte auf Import-Zahnersatz zurück. Diese sind in der Beschaffung günstiger als die Materialien der Premium-Hersteller, erfüllen aber die deutschen Mindestanforderungen. Die deutschen Qualitätsstandards sind gesetzlich geregelt und werden regelmäßig angepasst.